Im Schatten des Genies
Ein Bild von Erinnerung und UnsichtbarkeitDieses Werk zeigt Franz Liszt – doch sein Antlitz steht nicht allein. Im Hintergrund, kaum greifbar, erscheinen zwei schattenhafte Gestalten: Marie d’Agoult, Liszts Lebensgefährtin und Schriftstellerin, und Anna Maria Liszt, seine Schwester, eine begabte Pianistin.
Marie d’Agoult schrieb unter dem männlichen Pseudonym Daniel Stern, um als Frau überhaupt gehört zu werden. Anna Maria hingegen blieb nahezu unsichtbar – trotz ihres musikalischen Talents. Sie stehen symbolisch für unzählige Frauen der Geschichte, deren Stimmen verdrängt, übergangen oder verschwiegen wurden.
Das Bild fragt: Wer bleibt sichtbar, und wer wird ausgelöscht?
Es zeigt nicht nur die hellen Namen der Musikgeschichte, sondern lenkt den Blick auf die dunklen Stellen dazwischen – auf jene, deren Beitrag nie voll anerkannt wurde.Ein stiller Ruf zur Erinnerung. Und ein Impuls, das Vergessene endlich zu sehen.
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